Vernehmlassung Überprüfung Spange Nord: Kantonaler Vorschlag basiert auf veralteten Zahlen und falschen Prämissen

Die GRÜNEN Kanton Luzern begrüssen, dass die Luzerner Regierung die ursprünglichen Pläne für die Spange Nord nicht weiterverfolgt. Das Fazit der externen Überprüfung überzeugt uns allerdings nicht, weil diese von falschen Grundannahmen ausgeht. Auch die neue Variante führt zu starken Belastungen der Quartiere und des Natur- und Lebensraums und bringt Mehrverkehr statt einer Entlastung. Wir GRÜNE lehnen deshalb die von der Regierung als Best-Variante identifizierte Inbetriebnahme des Autobahnanschlusses Lochhof sowie der Reussportbrücke ab und fordern eine Neuausrichtung der kantonalen Verkehrspolitik.

Wie das unabhängige Gutachten der Professoren für Verkehrsmodellierung der Fachhochschule Nordwestschweiz und der ETH aufzeigt, sind die Grundlagen der externen Überprüfung ungenügend. Beispielsweise wurden darin eine zu hohe MIV-Nachfrage im Modell hinterlegt, alternative Lösungen zur Bewältigung der heute hohen MIV-Nachfrage nicht geprüft und der Nutzen der geforderten Busspuren für ÖV-Reisende nicht berücksichtigt.(1)

Im Rahmen der laufenden kantonalen Vernehmlassung zum Ergebnis der Überprüfung Spange Nord und zum weiteren Vorgehen ist für uns GRÜNE deshalb wichtig festzuhalten, was auch die Wissenschaft bestätigt: Wer Strassen sät, wird Verkehr ernten. «Luzern braucht ein Mobilitätsmanagement und keine nachfrageorientierte Planung des motorisierten Individualverkehrs», schreibt Martin Abele, Leiter der Arbeitsgruppe Verkehr der GRÜNEN Luzern in der heute eingereichten Vernehmlassungs-Antwort.

Mit dem zusätzlichen Autobahnanschluss würden die Fahrten aus und in die Luzerner Innenstadt steigen. Dies geht zulasten der Lebensqualität und der Umwelt ohne dass die Stauproblematik sich entschärfen würde. «Unser Kanton braucht ein Gesamtverkehrskonzept, das auf flächeneffiziente, klimafreundliche Verkehrsmittel wie ÖV, Velo und Fussverkehr setzt. Insbesondere im Agglomerationsraum Luzern», sagt Kantonsrat Andreas Hofer, Mitglied der Kommission Verkehr und Bau. Grossstadtrat Martin Abele ergänzt abschliessend: «Es braucht eine angebotsorientierte Verkehrsplanung, um die Herausforderungen der Zukunft zu meistern.»

(1) https://www.fhnw.ch/de/die-fhnw/hochschulen/architektur-bau-geomatik/stories-news/gutachten-zur-spange-nord-und-dem-autoverkehr-in-luzern

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