Nutzloser Bypass für die Stadt Luzern – die Grossstadtratsfraktionen der Grünen/Jungen Grünen und der SP/JUSO reichen Postulat ein

Die öffentliche Auflage des Bypass macht es klar: Das gigantische Megaprojekt hat massive Auswirkungen auf die Stadt Luzern. Besonders während der Bauphase wird die Stadtbevölkerung mit erheblichem Zusatzverkehr und diversen Eingriffen mitten im Naherholungsgebiet, auf Spielplätzen und Parks konfrontiert. Und dies bei fraglichem Gesamtnutzen des Bypass für die Stadt. Mit einem Postulat wird die Stadt zum Handeln aufgefordert..

Die mehrjährige Bauzeit wird sich gemäss Planung mit derjenigen des Durchgangsbahnhofs überschneiden. Während drei Jahren wird ein Teil des Verkehrs von der Autobahn über die Obergrundstrasse geleitet – die City-Ring-Staus lassen grüssen. Im Ibach sind stellenweise bis zu 14 parallele Fahrspuren vorgesehen. Bereits bekannt ist, dass es im Gütschwald wegen einer Entlüftungsanlage zum Verlust von rund 1’250 Quadratmeter Wald kommt. Das Dammgärtli wird für den Bau eines Zugangsschachts temporär geschlossen. Allgemein ist in der Bauphase mit einer örtlichen Mehrbelastung durch baustellenbedingten Schwerverkehr zu rechnen.

Stand heute trägt die Stadt den Schaden, ohne dass für sie ein Nutzen ersichtlich ist. Die Obergrundstrasse wird während der Bauzeit zusätzlich stark belastet. Der Lohn für das Ganze: Der Bund rechnet mit einer Abnahme des Verkehrs am Paulusplatz nach Vollendung des Bypass von gerade mal knapp einem Prozent.

Was will das gemeinsame Postulat der Grünen und der SP Fraktionen erreichen? Der Stadtrat wird aufgefordert, sich mit allen ihm zur Verfügung stehenden Mitteln gegen den Bypass zu wehren, um negative Konsequenzen für die Stadt zu verhindern. Es soll aufgezeigt werden, welche flankierenden Massnahmen auf städtischem Gebiet wegen Bau und Betrieb des Bypasses erforderlich sind, um das städtische Ziel des MIV-Rückgangs nicht zu gefährden. Denkbar sind der Rückbau bzw. Umnutzung der Stadtautobahn, die (Teil-)Schliessung der Ein- und Ausfahrt Luzern-Zentrum und/oder durchgehende Busspuren ab/bis Kupferhammer. Keinesfalls sollen mittel-bis langfristige Einschränkungen zulasten von ÖV oder Langsamverkehr erfolgen.

Die Stadt Luzern sollte beim Bund in jedem Fall das fehlende städtebauliche Konzept für die Stadtautobahn einfordern. Handlungsbedarf besteht in den Bereichen Reussportbrücke, Reusstal und Ibach sowie Massnahmen für mehr Sicherheit im Sonnenberg- und Reussporttunnel.

Aber auch Sie, liebe Stadtluzernerinnen und -luzerner können aktiv werden und als Anwohner*innen Einsprache beim Bund erheben. Breit abgestützter Widerstand zeigt Wirkung wie das Beispiel Spange Nord beweist. Unten finden Sie einen Link zum Beispiel einer Mustereinsprache.

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